Die Preisträger 2010

Primary Care: Thrombin-Hemmer Pradaxa® gewürdigt

Kategorie Primary Care Primary Care: Thrombin-Hemmer Pradaxa® gewürdigt

Mit dem Galenus-Preis 2010 in der Kategorie Primary Care wird der direkte ThrombinHemmer Pradaxa® (Dabigatran) ausgezeichnet.Mit dem Galenus-Preis 2010 in der Kategorie Primary Care wird der direkte ThrombinHemmer Pradaxa® (Dabigatran) ausgezeichnet.

In der Kategorie Primary Care des Galenus-Preises wird das Präparat Pradaxa® (Dabigatran) von Boehringer Ingelheim ausgezeichnet. Das oral verabreichte Medikament ist zugelassen zur Prophylaxe von Thrombosen und potenziell lebensbedrohlichen Lungenembolien nach elektiven Knie- und Hüftgelenkersatz-Operationen. Darüber hinaus hat eine Studie mit mehr als 18 000 Patienten ergeben, dass der direkte Thrombin-Hemmer Dabigatran bei der Vorbeugung von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern eine klare Überlegenheit hat im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie mit dem Vitamin-K-Antagonisten Warfarin. Im Vergleich zur Kontrollgruppe hatten Patienten der Dabigatran-Gruppe nach zwei Jahren eine um 34 Prozent geringere Rate an Schlaganfällen und systemischen Embolien, und das bei gleichem Risiko für schwere Blutungen.

"Mit dem Präparat haben wir einen völlig neuen Wirkmechanismus", so Professor Erland Erdmann, Vorsitzender der Galenus-Jury. Das zweimal täglich eingenommene Medikament kann ohne permanente Blutspiegelbestimmungen verabreicht werden. Künftig brauchten die behandelten Patienten weniger Überwachung, weniger Blutentnahmen und weniger Rücksicht bei der Ernährung zu nehmen, so der Kardiologe aus Köln. Vorhofflimmern betrifft etwa ein Prozent der Bevölkerung und erhöht das Schlaganfallrisiko um den Faktor 5.

Specialist Care: Auszeichnung für Aszites-Arznei Removab®

Kategorie Specialist Care Specialist Care: Auszeichnung für Aszites-Arznei Removab®

Der Galenus-Preis 2010 in der Kategorie Specialist Care geht an das Präparat Removab® mit dem Wirkstoff Catumaxomab.

Den Galenus-von-Pergamon-Preis 2010 in der Kategorie Specialist Care erhält das weltweit einzige Präparat zur kausalen Therapie von Patienten mit malignem Aszites: Removab® (Catumaxomab) von Fresenius Biotech. Das Präparat ist ein monoklonaler trifunktionaler Antikörper, der Tumor- und Effektorzellen des Immunsystems nahe aneinander bringt. Dadurch gelingt die gezielte Eliminierung der Tumorzellen.

"Das Präparat zerstört die Ursache des malignen Aszites, also die Tumorzellen. Das Flüssigkeitsgleichgewicht im Bauchraum der Tumorpatienten wird wieder hergestellt", so Dr. Diane Seimetz, Executive Vice President beim Unternehmen, bei einer Pressekonferenz in Berlin aus Anlass der Verleihung.

Durch die intraperitoneale Therapie der Patienten wird eine etwa sechsfach längere punktionsfreie Zeit erreicht im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie, die Parazentese. "Oder anderes ausgedrückt: Etwa fünf Punktionen werden den Patienten erspart, sie müssen seltener in die Klinik", so Seimetz. Im Median liegt das punktionsfreie Intervall bei Patienten mit Catumaxomab-Therapie bei 77 Tagen, bei Patienten, die nur eine Parazentese erhalten, beträgt es nur 13 Tage.

In der Entwicklung des Präparates sind nach Angaben von Seimetz Therapiestudien bei anderen onkologischen Indikationen wie Magenkrebs sowie zur intravenösen Applikation geplant.

Grundlagenforschung: Herzforscherin geehrt

Kategorie Grundlagenforschung Grundlagenforschung: Herzforscherin geehrt

Dr. Kristina Lorenz erhält den Galenus-Forschungspreis.

Es war eine klare Entscheidung der 16 Jury-Mitglieder, den Galenus-Grundlagenforschungspreis 2010 Dr. Kristina Lorenz vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg zu verleihen. Die Wissenschaftlerin wird damit für ihre Forschung zur Entstehung von krankhafter Herzhypertrophie geehrt. Die Forscherin hat den zugrundeliegenden Wirkmechanismus sowohl bei Tieren als auch im Gewebe von Patienten entschlüsselt und erste Hemmstoffe in vitro erfolgreich getestet, die das pathologische Herzwachstum blockieren. Da die beteiligten Signalwege auch in Krebszellen vorkommen, will Lorenz auf dieser Grundlage nach einer potenziellen Krebstherapie suchen.