Berlin | Dresden | Heidelberg, 10. April 2014. Unter dem Motto ‚Viele Professionen – ein Patient‘ öffnet am 10. und 11. April der Interprofessionelle Pflegekongress seine Pforten im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden. Der Kongress bietet mit seinem Schwerpunktthema ‚Die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die verschiedenen Berufe im Gesundheitswesen‘, ein wichtiges Forum für die Branche. Außerdem haben pflegende Angehörige die Möglichkeit, sich mit Pflegeexperten auszutauschen. Der Kongress, den  Andrea Fischer, Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz eröffnet, wird auch in diesem Jahr von Springer Medizin ausgerichtet. Zu weiteren Hotspots der beiden Tage gehören die Podiumsdiskussion mit wichtigen Vertretern des Sächsischen Landtages oder die Angehörigenveranstaltung mit der AOK PLUS.

„Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr haben wir auch für den diesjährigen Kongress wieder die richtigen Themen gefunden, die von der Branche sehr gut angenommen wurden,“ kommentiert Andrea Tauchert, Leiterin Kongressorganisation von Springer Medizin. „Wir bieten eine Plattform für Politik, Versorger, Pflegeexperten aller Versorgungsbereiche und Angehörige“. Wie die diesjährige Resonanz von den pflegenden Angehörigen zeigt, besteht in der Bevölkerung ein riesiger Informations- und Beratungsbedarf. Sachsen gehört zu den Bundesländern mit den meisten alten Einwohnern; von daher ist die Pflegeproblematik noch dringlicher als in anderen Bundesländern.

Ein Themenblock dreht sich daher um ‚pflegerechtliche Aspekte beim geriatrischen Patienten‘. Bettina Tews-Harms, Geschäftsführerin eines ambulanten Pflegedienstes informiert auf dem Kongress über die Versorgung von älteren Palliativpatienten: der ambulante Pflegedienst stellt die Förderung von Lebensqualität der Patienten in seinen Fokus, leider gerät er dabei häufig in rechtliche Grenzbereiche. „Aufgrund einer unzulänglichen Rechtslage in Deutschland kommen pflegende Angehörige sowie Pflegedienste unfreiwillig in eine rechtliche Grauzone;  notwendige Handlungen dürfen nicht von jedem erbracht werden, obwohl er dazu befähigt ist.“ So darf in der häuslichen Pflege eine Fachkraft seinem Palliativpatienten keine Schmerzmittel intravenös verabreichen, auch eine dringend benötigte Portnadel darf sie ihm nicht legen. Aufgrund der Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) bleibt das nämlich einzig Ärzten vorbehalten, obwohl Ärzte diese Leistungen in der Praxis gern dann delegieren,  wenn es verantwortbar ist. Ein Zuwiderhandeln von Pflegediensten führt unmittelbar zu einem strafbaren Delikt. „Unser Rechtssystem muss – zum Wohle des Patienten, der Angehörigen und Pflegedienste –  reformiert  und transparenter werden. Die Teamarbeit zwischen Ärzten und Pflegefachkräften, gerade in der Palliativversorgung,  muss mit Blick auf die häusliche Krankenpflege, ärztliche Vorbehaltstätigkeiten oder dem Betäubungsmittelgesetz überarbeitet und den tatsächlichen Versorgungsgeschehen angepasst werden.“, fordert Tews-Harms.

Neben den pflegerechtliche Aspekte beim geriatrischen Patienten, stehen folgende Themen im Fokus des Kongresses: Arbeit in altersgemischten Teams, Gewalt in der Pflege, Multimorbidität und Pharmakotherapie im Alter. Mehr Informationen zum Kongress hier. Das Kongressprogramm finden Sie zum Download hier.

Pressekontakt: Uschi Kidane | Springer Medizin | tel. +49 6221 487-8166

Kongressorganisation: Andrea Tauchert | Springer Medizin | tel. +49 30 82787-5510