Berlin | Dresden, 18. Februar 2014. Immer mehr Menschen in Deutschland müssen sich mit dem Thema Pflege auseinandersetzen: ganz gleich, ob es um die eigene Person oder um einen Angehörigen geht, im Mittelpunkt steht dabei immer das Wohlbefinden des Patienten. Was aber, wenn die Pfleger-Patienten-Situation aus dem Lot gerät und der Bedürftige plötzlich Gewalt von Seiten des Pflegers erfährt? Wie sollten die verschiedenen Beteiligten damit umgehen? Über wen können sich Betroffene oder Angehörige Hilfe holen? Wie stellt sich eine Pflegeeinrichtung dem Problem richtig - ohne zu eskalieren, aber auch ohne es zu verharmlosen? Gibt es Warnsignale, mittels derer sich solche Situationen von vorne herein abwenden lassen? Ein Artikel in der Springer Fachzeitschrift HEILBERUFE geht all diesen Fragen nach. ‚Gewalt in der Pflege‘ ist auch eines von zahlreichen Themen auf dem Interprofessionellen Pflegekongress, der Anfang April in Dresden von Springer Medizin ausgerichtet wird. 

„Nicht selten werden gerade die Menschen zum Täter, die sich zunächst durch besonderes Engagement ausgezeichnet haben“, erklärt der Berliner Pflegeberater Siegfried Huhn in seinem HEILBERUFE-Beitrag. „Eine geringere Frustrationstoleranz oder auch nicht ausreichende Würdigung der kräftezehrenden Pflegetätigkeit durch ihr Umfeld können Ursache sein, dass es zu einem gewalttätigen Vergehen mit einem Patienten kommt. Fakt ist, dass es häufig nicht bei einem Einzelvorkommnis bleibt: ist der Kontakt zwischen Pfleger und Pflegendem erst einmal in Schieflage gekommen, so hilft meistens nur die Intervention von außen.“ Deswegen mahnt Huhn zu echter Teamfähigkeit, genauem Hinschauen und einem Gespür dafür,  ob möglicherweise eine Gewaltanwendung vorliegen könnte. „Häufig sind es neue Kollegen im Team, die solche Vergehen aufdecken. Vorgesetzte haben spätestens dann eine entscheidende Position einzunehmen: sie müssen sich so mit dem Thema auseinandersetzen, dass ein feindseliges Arbeitsumfeld - zum Wohle des Patienten und des Pflegers - schnellstens beseitigt wird. Hierfür ist ein funktionierendes deeskalierendes Beschwerdemanagement unerlässlich“, mahnt Huhn. Optimalerweise sollten in einem Pflegeteam die ersten schwachen Signale aufgefangen und verfolgt werden. Denn, ein Pfleger, der sich mit seinem Problem ernst genommen fühlt, wird es erst gar nicht zu Gewalthandlungen kommen lassen. Der Volltext „Wenn Pflege schmerzt“ erschienen in der Springer Zeitschrift HEILBERUFE 3/2014, kann Journalisten als PDF zur Verfügung gestellt werden.

Nach dem erfolgreichen Auftakt des ersten Interprofessionellen Pflegekongresses im Frühjahr 2013 öffnet der Kongress erneut im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden vom 10. bis 11. April 2014 seine Pforten. Ziel des Kongresses ist, den verschiedenen Professionen im Gesundheitswesen eine zweitägige Plattform zum Austausch zu bieten. Darunter folgende Themen: Pflegerechtliche Aspekte beim geriatrischen Patienten, Arbeit in altersgemischten Teams, Entlastung pflegender Angehöriger oder Multimorbidität und Pharmakotherapie im Alter. Das Kongress-Vorprogramm zum Download hier. Mehr Informationen zum Kongress finden Sie hier.

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