Berlin, 1. Oktober 2013. Die Pflegefachkraft hat eine eigene Sprechstunde? Verschreibt Medikamente und versorgt die Patienten eigenständig? Das ist in Deutschland immer noch undenkbar – in Skandinavien, in den Niederlanden oder England durchaus üblich. „In der Euro-Politik spielt Deutschland eine Vorreiterrolle, in Sachen Pflege dagegen ist es immer noch Entwicklungsland“, kritisiert Franz Wagner, Vize-Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR). Inwieweit andere europäische Länder für die deutsche Pflegepolitik Vorbild sein können, das diskutieren Expertinnen und Experten auf dem Deutschen Pflegetag, der erstmalig im Januar 2014 in Berlin stattfindet.

„Auch wenn die Gesundheitssysteme in der EU sehr unterschiedlich sind: Die Aufgaben der Pflegenden sind meistens klarer beschrieben und sie haben einen höheren Grad an Autonomie“, so Wagner weiter. „Eine akademische Ausbildung und eine Pflegekammer sind zum Beispiel in Finnland, Dänemark oder Großbritannien eine Selbstverständlichkeit.“ Auch in Bezug auf die Personalausstattung hinkt, laut Wagner, Deutschland den anderen EU-Ländern hinterher; dies legt auch eine Studie von 2011 nahe: Während in Norwegen eine Pflegefachperson im Krankenhaus durchschnittlich für vier Patienten zuständig ist, sind es in Deutschland zehn Patienten – der schlechteste Wert in Europa.

Die Weiterentwicklung der deutschen Pflege unter einer neuen Bundesregierung wird im Zentrum des ersten Kongresstages stehen. In den folgenden beiden Tagen geht es um Themen wie die (neue) Rolle der Stationsleitung, Skill Mix, Modellprojekte auf dem Land oder Patientensicherheit. Uneins ist man sich in der Pflegebranche über die generalistische Ausbildung, für die sich der DPR einsetzt – Pro und Kontra werden an einem Vormittag diskutiert. Für pflegende Angehörige wird es eine Veranstaltung zur Versorgung Demenzkranker geben. Zusammen mit Springer Medizin, AOK-Bundesverband, GKV-Spitzenverband und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund DStGB organisiert der DPR den Deutschen Pflegetag ab 2014 und schafft damit ein zukunftsweisendes Forum für die Entscheider in der Politik und in der Pflege, aber auch für beruflich Pflegende aller Versorgungsbereiche. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie hier.

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