Dresden | Berlin, 03. April 2013. Höchstens 30 Prozent der Bluthochdruckpatienten werden effektiv behandelt. „Spätestens wenn bei drei Medikamenten in ausgereizter Dosis der Blutdruck immer noch über 140/90 mmHg liegt, sind ein Hypertensiologe und eine Hypertonieassistentin gefragt“, sagt Dr. Holger Palisch, Facharzt für Innere Medizin und Hypertensiologe am Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, anlässlich des Interprofessionellen Pflegekongresses am 18. und 19. April 2013 in Dresden. „Organische Ursachen müssen ausgeschlossen, eventuell ein viertes oder fünftes Medikament ergänzt oder ein invasives Verfahren wie eine Verödung der Nierennerven in Erwägung gezogen werden.“ Etwa 3.300 Ärztinnen und Ärzte sowie etwa 500 Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte in Deutschland sind von der Deutschen Hochdruckliga als Hypertensiologen bzw. Hypertonieassistenten zertifiziert. Die interdisziplinäre Behandlung des Bluthochdrucks und anderer Volkskrankheiten wie Adipositas oder Diabetes steht auf dem Programm des Interprofessionellen Pflegekongresses, der von Springer Medizin und dem Pflegemagazin Heilberufe ausgerichtet wird.

Zusammen mit einer Hypertonieassistentin bietet Palisch am Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt ambulante Schulungen für Patienten an. „Hausärzte und Internisten haben oft nicht die Zeit für eine optimale Beratung“, sagt der Hypertonie-Experte. „Und nicht immer stehen genügend Geräte für eine 24-Stunden-Blutdruckmessung zur Verfügung, um die Einstellung des Blutdrucks ausreichend kontrollieren zu können.“ Umso wichtiger, dass die Patienten ihren Blutdruck selber messen. Die Hypertonieassistentin hilft bei der Auswahl des richtigen Geräts und weist die Patienten in die Selbstmessung ein. Denn schon kleine Fehler haben falsche Messwerte zur Folge. Aufgabe der Hypertonieassistentin ist es auch, zu einer Änderung des Lebensstils zu motivieren. „Häufig hat sie die Rolle eine Seelsorgerin – schätzungsweise 20 Prozent der Bluthochdruckfälle gehen auf beruflichen oder privaten Stress zurück“, so Dr. Palisch.

Auf dem Interprofessionellen Pflegekongress kommt auch die Berufspolitik nicht zu kurz: Über die neue Berufsordnung für beruflich Pflegende in Sachsen debattieren Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats, und Michael Junge, Vorsitzender des Sächsischen Pflegerats, mit weiteren Experten aus Pflegemanagement, Berufspolitik und Ärzteschaft im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie hier.

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