Dresden | Berlin, 18. April 2013. Eine effektive Versorgung von Menschen mit Adipositas ist bisher im Gesundheitssystem nicht gewährleistet. Das bemängeln Experten auf dem Interprofessionellen Pflegekongress, der heute im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden eröffnet wurde. „Erst wenn Übergewichtige so adipös geworden sind, dass eine Operation zur Gewichtsreduktion notwendig ist, zahlen offiziell die gesetzlichen Krankenkassen“, kritisiert Doris Steinkamp, Präsidentin des Verbands der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD). „Vorher haben Menschen mit krankhaftem Übergewicht keinen regulären Zugang zu einer seriösen Therapie und die Finanzierung ist abhängig von Einzelfallentscheidungen.“ Steinkamp spricht von einer „Stigmatisierung und Diskriminierung durch das System“, nach dem Motto: Wer zu viel wiegt, ist selber Schuld. Doch Adipositas ist nicht primär auf eine Willensschwäche zurückzuführen und gilt als chronische Erkrankung. 

Auch die Nachsorge nach einer Therapie oder Operation zur Gewichtsreduktion – etwa durch eine Diätassistentin oder einen Psychologen – ist nicht garantiert, obwohl sich die Therapieergebnisse dadurch nachweislich verbessern, so die Präsidentin des VDD. Der VDD hat sich mit anderen Verbänden und Vereinen kürzlich zum Deutschen Netzwerk Adipositas – D.N.A. zusammengeschlossen, um die Versorgung krankhaft übergewichtiger Menschen zu verbessern. „Im Sinne der Betroffenen müssen die Entscheidungsträger – wie Krankenkassen, Ärzteverbände und der Gemeinsame Bundesausschuss – Lösungen auf den Weg bringen“, fordert Steinkamp.

Adipositas und die Folgekrankheiten stehen im Mittelpunkt des Interprofessionellen Pflegekongresses, der von Springer Medizin und dem Pflegemagazin Heilberufe veranstaltet wird. Der Kongress richtet sich sowohl an Pflegekräfte als auch an das hausärztliche Team, Kooperationspartner sind neben den großen Kliniken der Region und dem Deutschen Pflegerat unter anderem auch die Sächsische Landesärztekammer, der Sächsische Hausärzteverband sowie der Verband medizinischer Fachberufe. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie hier.

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