Dresden | Berlin, 6. März 2013. Chronic Care Management – so lautet das Zauberwort in der Prävention von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes. „In Zukunft sollten Präventions- und Behandlungsprogramme individuelle Interventionen und flexible Programmstrukturen beinhalten“, betont Prof. Peter E.H. Schwarz, Endokrinologe am Universitätsklinikum der TU Dresden „Das heißt: Bei jedem Patienten wird erfasst, welche Bedürfnisse und Probleme er hat, welche Risikofaktoren er mitbringt und wie hoch seine Bereitschaft ist, seinen Lebensstil zu verändern.“ Der eine Patient bekommt dann zum Beispiel einen Schrittzähler an die Hand, der andere nimmt an einem Schulungsprogramm in der Gruppe teil. Volkskrankheiten wie Adipositas und Diabetes stehen im Mittelpunkt des Interprofessionellen Pflegekongresses, der von Springer Medizin und dem Pflegemagazin Heilberufe am 18. und 19. April 2013 in Dresden ausgerichtet wird.

Prof. Schwarz hat mit seinem Team an der Uniklinik Dresden ein Diabetes-Präventionsprogramm entwickelt, das in vielen Ländern umgesetzt wird – nur nicht in Deutschland, wo die Finanzierung nicht gesichert ist. „Dabei zeigen internationale Studien, dass sich durch eine Umstellung der Ernährung, eine Gewichtsabnahme und regelmäßige Bewegung die Anzahl der Neuerkrankungen an Diabetes um über die Hälfte senken lässt“, so der Diabetes-Experte.

„Viele Menschen in der Bevölkerung nennen Diabetes mellitus Typ 2 immer noch ‚Altersdiabetes’“, berichtet Annett Lesche, Leitende Diätassistentin und Diabetesassistentin am Patienteninformationszentrum (PIZ) im Diakonissenkrankenhaus Dresden. „Doch die meisten Diabetes-Patienten, die wir beraten, sind jüngere übergewichtige Menschen.“ Das PIZ, das 2012 mit einem Preis für innovative Pflegeprojekte ausgezeichnet wurde, bietet Patienten und Angehörigen Beratung und Schulung rund um Pflege und Ernährung. „Auch alle Interessierten, die abnehmen oder sich einfach über eine gesunde Ernährung informieren wollen, können zu uns kommen“, so Diabetesassistentin Lesche. Sie weist darauf hin, dass einige Krankenkassen einmal im Jahr eine präventive Ernährungsberatung für ihre Versicherten bezahlen.

Der Interprofessionelle Pflegekongress richtet sich nicht nur an Pflegekräfte, sondern an das hausärztliche Team sowie an Beschäftigte in weiteren Gesundheitsberufen. Kooperationspartner sind neben den großen Kliniken der Region und dem Deutschen Pflegerat unter anderem auch die Sächsische Ländesärztekammer, der Sächsische Hausärzteverband sowie der Verband medizinischer Fachberufe. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie hier.

Pressekontakt: Uschi Kidane | Springer Medizin | tel. +49 6221 487-8166

Kongressorganisation und Anmeldung: Andrea Tauchert | Springer Medizin | tel. +49 30 82787-5510