Berlin, 13. Februar 2013. Diäten greifen bei der Therapie von Adipositas-Patienten zu kurz. „Nur langfristige multimodale Konzepte, die ein Verhaltens-, Ernährungs- und Bewegungstraining sowie eine psychologische Betreuung beinhalten, können etwas bewirken“, betont Gesundheitswissenschaftler und Diätassistent Mario Hellbardt und verweist auf den Mitte April in Dresden stattfindenden Interprofessionellen Pflegekongress, wo er sich in einem Vortrag mit dem Thema ausführlich auseinandersetzen wird. Hellbardt, der am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) Adipositas-Erkrankungen in Leipzig arbeitet, übt dabei Kritik am Versorgungssystem: „Leider werden interdisziplinäre Therapieprogramme, die eine Option in der Versorgung bei Adipositas darstellen und den Leitlinien der Fachgesellschaften entsprechen, von den Krankenkassen nicht regelhaft bezahlt.“

Zwei solcher Programme – Doc Weight und M.O.B.I.L.I.S. – werden auf dem Dresdner Kongress vorgestellt, außerdem der neue Leitfaden für das Adipositas-Management, der sich an Ärzte, Ernährungs- und Pflegefachkräfte sowie andere therapeutische Berufe richtet. Der Interprofessionelle Pflegekongress nimmt die umfassende Behandlung von chronischen Krankheiten in den Fokus – Adipositas gilt mittlerweile in allen Industrienationen als Volkskrankheit Nummer eins. Die aktuellen Zahlen für Deutschland zeigen: Jeder Vierte bis Fünfte leidet bereits an Adipositas, also starkem Übergewicht mit einem BMI über 30.

„Die Betroffenen reagieren über die Maßen empfindlich auf alle Äußerungen, Gesten, Blicke, mit denen ihr Aussehen und Gewicht gemeint sein könnte“, berichtet Toni Kaden, Pflegeexperte für Adipositas und Bariatric am Städtischen Krankenhaus Dresden-Neustadt, das über ein zertifiziertes Adipositaszentrum verfügt. „Und immer wieder sind die Betroffenen mit Diskriminierungen konfrontiert – auch von Seiten des Pflegepersonals“, so Kaden. Pflegekräfte sollten sich in der Kommunikation mit Adipositas-Betroffenen schulen und Vorurteile abbauen.

Das gesamte Versorgungsteam in Klinik und Arztpraxis ist eingeladen, am Interprofessionellen Pflegekongress teilzunehmen, der von Springer Medizin und dem Pflegemagazin Heilberufe veranstaltet wird und im traditionsreichen Deutschen Hygiene-Museum stattfindet. Kooperationspartner sind neben dem Deutschen Pflegerat und den großen Kliniken der Region u.a. auch die Sächsische Landesärztekammer, der Sächsische Hausärzteverband und der Verband medizinischer Fachberufe. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie hier.

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