Berlin, Heidelberg 18. Januar 2012. Pflegeexperten fordern seit langem einheitliche Kriterien, nach denen in allen Krankenhäusern der Personalbedarf zu ermitteln ist. „Übliche Instrumente, wie zum Beispiel die Pflege-Personalregelung (PPR), sind zu oberflächlich und nicht mehr aktuell“, betont Wolfgang Plücker, Geschäftsführer der DKI GmbH in Wuppertal und Autor des Standardwerks „Personalbedarfsermittlung im Krankenhaus“. „Ein neues Instrument müsste den ökonomischen Bedingungen angepasst und nach verschiedenen Fachbereichen differenziert werden.“ Eine Personalbedarfsermittlung auf der Basis ausschließlich von Leistungsminuten verschärfe bei sinkenden Verweildauern die personelle Situation. Den richtigen Personalbedarf und Personalmix finden – das wird ein Thema sein auf dem Kongress Pflege 2012, der von Springer Medizin und dem Pflegemagazin Heilberufe veranstaltet wird. Einen Tag vor dem Kongressbeginn findet eine Pressekonferenz mit ausgewiesenen Experten aus Pflege, Medizin, Politik und Versorgerseite statt. Mehr Infos dazu hier.
Die Entwicklung eines neuen Personalbemessungsinstruments ist allerdings teuer – ein entsprechender Forschungsantrag des Deutschen Pflegerats auf Fördergelder wurde vom Bundesgesundheitsministerium abgelehnt. Als Alternative werden Mindeststandards diskutiert, wie es sie für die stationäre Altenpflege gibt. Im Heimgesetz wurde vor 21 Jahren festgelegt, dass die Einrichtungen mindestens 50 Prozent Fachkräfte beschäftigen müssen. „Das reicht allerdings bei Weitem nicht mehr“, bemängelt Rolf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbands (DPV) e.V. „Denn damals wohnten in den Heimen 80 Prozent Gesunde und 20 Prozent Pflegebedürftige, heute ist es genau umgekehrt.“ Zweiter Kritikpunkt von Höfert: Durch die Föderalismusreform im Jahr 2005 wanderte das Heimgesetz in die Verantwortung der Länder – perspektivisch wird es also 16 verschiedene Heimgesetze geben. „Unterschiedliche Qualitätsstrukturen bei gleicher Rahmengesetzlichkeit, das darf nicht sein“, so Höfert. Der Pflegerechtsexperte appelliert an den Bundesrat, sich auf einen Nenner zu verständigen – „in Würdigung der gestiegenen Anforderungen“.
Weitere Themen auf dem Kongress Pflege 2012: Pflegekammer, Neuordnung der Gesundheitsberufe, IT in der Pflege u.a. Erstmals verleiht der Bundesverband Pflegemanagement (ehemals BALK) im Rahmen des Kongresses den Pflegemanagement-Award für Nachwuchs-Führungskräfte. Annette Widmann-Mauz, Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, und Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates, werden den Kongress eröffnen, zu dem etwa 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Pflege und Pflegemanagement erwartet werden.
Kongressorganisation und Anmeldung:
Andrea Tauchert, tel + 49 (0)30 82787-5510, www.heilberufe-kongresse.de
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